Personalmanagement Definition: Aufgaben und Bedeutung für externes Personal
Slobodan Rasic
- 6 minutes
Personalmanagement umfasst weit mehr als die Verwaltung von Mitarbeitenden. Es geht darum, Personal zu planen, zu gewinnen, einzusetzen und weiterzuentwickeln. In der Fachliteratur wird Personalmanagement häufig auch mit Personalwesen, Personalwirtschaft oder Human Resource Management (HRM) gleichgesetzt.
Doch das Verständnis von Personalmanagement verändert sich. Unternehmen arbeiten zunehmend nicht nur mit eigenen Beschäftigten, sondern auch mit Zeitarbeitnehmern, Freelancern, Dienstleistern und anderen externen Arbeitskräften.
Damit stellt sich eine wichtige Frage: Gehört externes Personal ebenfalls zum Personalmanagement?
Was ist Personalmanagement? Eine Definition
Personalmanagement bezeichnet die Gesamtheit der Maßnahmen und Prozesse, mit denen ein Unternehmen seine personellen Ressourcen plant und steuert.
Dazu gehören unter Anderem:
- Personalbedarfsplanung
- Personalbeschaffung und
- Recruiting
- Personaleinsatz
- Personalentwicklung
- Personalverwaltung
- Vergütung
- Personalcontrolling
Ziel ist vereinfacht gesagt, zur richtigen Zeit die richtigen personellen Ressourcen für die benötigten Aufgaben zur Verfügung zu haben.
Traditionell liegt der Fokus dabei auf den eigenen Beschäftigten. Moderne Workforce-Strukturen machen diese Abgrenzung jedoch zunehmend schwieriger.
Personalmanagement und externes Personal
Ein Unternehmen kann heute gleichzeitig mit eigenen Mitarbeitern und externen Arbeitskräften arbeiten.
Ein Projekt kann beispielsweise mit festangestellten Mitarbeitern besetzt sein, während zusätzliche Fachkräfte über einen Personaldienstleister hinzukommen. Für ein bestimmtes Projekt können Freelancer eingesetzt werden. Andere Leistungen übernimmt möglicherweise ein externer Dienstleister.
Aus Unternehmenssicht erfüllen all diese Personen oder Dienstleister einen konkreten Personal- beziehungsweise Ressourcenbedarf, auch wenn sie rechtlich und organisatorisch unterschiedlich einzuordnen sind.
Externes Personal ist deshalb nicht automatisch Personal im klassischen arbeitsrechtlichen Sinn. Es kann aber sehr wohl Bestandteil des Personal- und Workforce-Managements eines Unternehmens sein.
Genau hier entsteht eine zusätzliche Herausforderung: Das Unternehmen muss nicht nur wissen, wie viele eigene Mitarbeiter es beschäftigt. Es braucht auch einen Überblick darüber, welche externen Ressourcen eingesetzt werden, wo sie tätig sind, über welchen Lieferanten sie kommen und wie lange ihr Einsatz geplant ist.
Welche Aufgaben umfasst das Personalmanagement bei externem Personal?
Die konkreten Aufgaben unterscheiden sich je nach Einsatzmodell. Einige grundlegende Fragen bleiben jedoch gleich.
1. Personalbedarf planen
Am Anfang steht die Frage: Welche Ressourcen werden benötigt?
Dabei geht es nicht nur um die Anzahl der Personen. Auch Qualifikationen, Einsatzdauer, Standort, Zeitpunkt und Kosten spielen eine Roll
2. Personal beschaffen
Kann der Bedarf nicht intern gedeckt werden, kommen externe Beschaffungswege hinzu. Dazu können beispielsweise Personaldienstleister, Freelancer-Plattformen oder spezialisierte Dienstleister gehören.
3. Personaleinsatz organisieren
Nach der Besetzung muss der Einsatz organisiert werden. Dazu gehören beispielsweise Start- und Endtermine, Zuständigkeiten, Zugänge, Zeiterfassung und weitere organisatorische Prozesse.
4. Kosten und Leistung im Blick behalten
Auch beim externen Personal entstehen Kosten, die geplant und kontrolliert werden müssen. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, Lieferanten und externe Ressourcen anhand einheitlicher Kriterien zu vergleichen.
5. Einsätze beenden oder verlängern
Externe Einsätze sind häufig zeitlich begrenzt. Deshalb müssen Endtermine, Verlängerungen und Offboarding-Prozesse berücksichtigt werden.
Bei einer größeren externen Workforce wird daraus schnell ein eigener Managementprozess.
Warum externes Personal eine besondere Herausforderung darstellt
Bei eigenen Mitarbeitern liegen viele Informationen zentral im Unternehmen. Bei externem Personal sind sie dagegen häufig auf mehrere Beteiligte verteilt, wodurch schnell die Übersicht verloren gehen kann.
Eine zentrale Frage des modernen Personalmanagements lautet deshalb nicht mehr nur:
„Wie viele Mitarbeiter haben wir?“
Sondern auch:
„Welche Arbeitskräfte sind für uns tätig und wie werden sie eingesetzt?“
Das ist insbesondere dann relevant, wenn Unternehmen eine größere Zahl externer Arbeitskräfte einsetzen.
Personalmanagement vs. Workforce Management
Die Begriffe werden teilweise unterschiedlich verwendet.
Personalmanagement betrachtet klassischerweise die gesamte Personalarbeit eines Unternehmens von der Planung über die Gewinnung und den Einsatz bis zur Entwicklung und Verwaltung.
Workforce Management legt dagegen stärker den Fokus auf die konkrete Planung und Steuerung des verfügbaren Personals beziehungsweise der verfügbaren Arbeitskräfte.
Bei modernen Workforce-Strukturen können dabei sowohl interne als auch externe Ressourcen betrachtet werden.
Für Unternehmen mit einer großen externen Workforce bedeutet das: Personalmanagement und Workforce Management lassen sich nicht mehr vollständig getrennt betrachten.
Welche Rolle spielt ein Managed Service Provider?
Wenn Unternehmen mit vielen externen Arbeitskräften und mehreren Lieferanten arbeiten, kann die Steuerung des externen Personals zu einem eigenständigen Prozess werden.
Ein Managed Service Provider (MSP) kann dabei als zentrale Schnittstelle zwischen Fachbereichen, HR, Einkauf und externen Lieferanten fungieren.
Dabei geht es beispielsweise um die strukturierte Steuerung von Bedarfen, Lieferanten, Einsätzen, Daten und Prozessen.
Der MSP übernimmt dabei nicht automatisch die klassischen Aufgaben einer Personalabteilung. Vielmehr kann er die Prozesse rund um die externe Workforce zentral organisieren.
Mehr dazu erfahren Sie im Bereich Managed Service Provider für Personalwesen & HR.
Welche Bedeutung hat Technologie für das Personalmanagement?
Je komplexer die Workforce eines Unternehmens wird, desto wichtiger werden zentrale Daten und digitale Prozesse.
Ein Vendor Management System (VMS) kann beispielsweise Informationen zu externen Arbeitskräften, Lieferanten, Einsätzen und Kosten an einem zentralen Ort zusammenführen.
Dadurch können Unternehmen unter anderem erkennen:
- wie viele externe Arbeitskräfte aktuell eingesetzt werden,
- welche Lieferanten beteiligt sind,
- welche Einsätze bald enden,
- welche Kosten entstehen,
- und wie sich die externe Workforce entwickelt.
Technologie ersetzt dabei nicht das Personalmanagement. Sie schafft vielmehr die Grundlage dafür, Personalprozesse transparenter und besser steuerbar zu machen.
Fazit: Personalmanagement endet nicht an der Unternehmensgrenze
Die klassische Definition von Personalmanagement bezieht sich auf die Planung und Gestaltung der personellen Ressourcen eines Unternehmens. In modernen Workforce-Strukturen reicht der Blick jedoch häufig über die eigenen Beschäftigten hinaus.
Wer regelmäßig mit Zeitarbeitnehmern, Freelancern oder externen Dienstleistern arbeitet, muss auch diese Ressourcen strukturiert planen und steuern.
Damit wird externes Personal zu einem wichtigen Bestandteil eines modernen Workforce- und Personalmanagements mit eigenen Prozessen, Daten, Verantwortlichkeiten und Anforderungen.
Fragen zur Personalmanagement-Definition
Was bedeutet Personalmanagement einfach erklärt?
Personalmanagement umfasst die Planung, Gewinnung, den Einsatz, die Entwicklung und die Verwaltung personeller Ressourcen eines Unternehmens.
Gehört externes Personal zum Personalmanagement?
Externes Personal ist nicht automatisch Teil der eigenen Belegschaft. Die Steuerung externer Arbeitskräfte kann jedoch Bestandteil eines übergreifenden Workforce- und Personalmanagements sein.
Was ist der Unterschied zwischen Personalmanagement und HR?
Die Begriffe werden in der Praxis häufig synonym verwendet. HR steht für Human Resources beziehungsweise Human Resource Management und bezeichnet ebenfalls die systematische Gestaltung und Steuerung personeller Themen.
Was ist Workforce Management?
Workforce Management beschäftigt sich mit der Planung und Steuerung der verfügbaren Arbeitskräfte. Dabei können je nach Unternehmen sowohl interne als auch externe Ressourcen berücksichtigt werden.
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Christian Ratte-Polle
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